what people say...

Pierre Babeck, Universitaet Potsdam/ Institut fuer Informatik, Ringevent n_space "Medienproduktion im Wandel": Der digitale Instrumentalist - Julean Simon (07.11.2007):
Julean A. Simon, ein kreativer Musiker und Künstler, versetzte die Zuhörer der Ringvorlesung 2007 in erstaunen. Eine Darbietung aus musikalischer Improvisation und technischen Hintergrundinformationen. Der Solokünstler spiele auf einem Windcontroller und erzeugte seine Klangcollagen mit Hilfe eines virtuellen Synthesizers. Diese Klangcollagen wirkten dabei wie von einem anderen Stern - teils
ruhig, wirr, explosiv und überraschend.
Überrascht war sicher der Zuhörer, dem die Möglichkeiten virtueller Synthesizer nicht bekannt waren. So spielte Julean A. Simon auf einem Flöten ähnlichen Gerät keine klassischen zu erwartende Klänge, sondern experimentelle Klänge, die teils aus Drums, exotischen Gitarren gemischt mit Pianosounds und vielen anderen Klängen bestanden. Doch ging es nicht nur um den Klanggenuss, viel mehr ging es um die Wechsel Wirkung zwischen dem Künstler und dem Zuhörer sowie das zusammen Spiel von einem scheinbar klassischen physischen Instrument und dem digital erzeugten Klang...

gisela becker zu "midrange pianoteqnics"
... Aber ich sitze hier, habe die Kopfhoerer auf und erlebe gerade wieder den gleichen Effekt wie bei der damaligen "Probenuebertragung" : Diese Art Musik, diese Toene gehen direkt in den Bauch und nehmen mir den Atem - sowas hab' ich noch nicht erlebt...

Irmi Horn, Kunstgarten/Graz ueber “(Polimer)isation” (Konnex)
...heute hab ich den Tag mit deiner/eurer Musik begonnen. Das ist schön! Obwohl ich dauernd den Computer bediene hab ich doch einen neuen Denk-Raum gefunden, der mir den Kopf weit macht - denn so empfinde ich eure Kompositionen.

Wolfgang Petritsch ueber “(Polimer)isation” (Konnex)
...Doch was dann kam, brachte mich ziemlich aus der Fassung, aber im positivsten Sinne. Plastikmucke (polimer)isation ist genial. Und zwar vom ersten bis zum letzten Ton. Spannend, intelligent, drivig, voller sprühender Ideen, stellenweise urwitzig, PACKEND!!! Ich hab sie bis her dreimal gehört, zweimal hintereinander (was ich nur äußerst selten tu) und werde sie in den kommenden Tagen sicherlich noch einige Male hören. Im Ernst, GRATULATION!!!

Rui Eduardo Paes, critico de musica e ensaista: Plastikmucke: “(Polimer)isation” (Konnex)
Há músicos por aí que têm uma actividade paralela (um “day job”, se preferirem) como programadores e “designers” informáticos ou que escolheram a informática como instrumento e objecto de trabalho, mas o habitual é que tais dedicações nunca se encontrem – um caso paradigmático é o do guitarrista Hans Reichel, criador de fontes e “typefaces” para computador com um grande prestígio internacional (além de autor de um dos mais sofisticados sites interactivos que se podem encontrar na Web), mas cuja produção a este nível nunca se cruza com a música que faz, uma música artesanal até no facto de ele conceber e construir os seus próprios instrumentos, seja uma guitarra eléctrica de duplo braço ou um invento como o daxofone, que consiste simplesmente numa fina placa de madeira que se pode “tocar” com arco ou raspando e percutindo. Uma excepção é o austríaco Julean Simon, um especialista do multimédia e da “computer art” cujos desempenhos se têm dividido entre a pesquisa e o desenvolvimento de produtos comerciais, e que não só desenha software de imagem e som como tem desenvolvido um interessante investimento ao nível teórico, com ensaios publicados em Alemão e Inglês. Tanto assim que este antigo saxofonista trocou o seu instrumento acústico pelo MIDI wind controller, um “interface” electrónico de sopro que é servido pelo programa Max/MSP e por dispositivos de modulação. E a verdade é que não os adoptou com as características que vinham de fábrica, tendo-os personalizado de modo a melhor servirem os seus objectivos musicais. Plastikmucke é o nome do seu duo com o percussionista electrónico Ernst Bier, e se “(Polimer)isation” nos soa talvez demasiado à electrónica dos anos 1980, tem a curiosidade de estabelecer uma intrigante ponte entre o Frank Zappa de “Yellow Shark” e a techno germanófila, por via de um entendimento da música muito influenciado pelo free jazz e pela “erudita” comtemporânea, com elementos de Stravinsky, Berio e Ligeti.

(netterweise uebersetzt von Wolfgang Petrisch: ..eine Ausnahme ist der Österreicher Julean Simon, ein Multi-Media und -Art Spezialist, dessen Aktivitäten sich teilen zwischen Forschung und Entwicklung von kommerziellen Produkten und der nicht nur Bild- und Soundsoftware entwickelt sondern auch interessant aktiv auf der theoretischen Ebene ist, mit dem Publizieren deutscher und englischer Essays. Er hat in diesem Zusammenhang sein akustisches Altosax gegen einen Midi Windcontroler getauscht. Dies ist ein blaselektronisches "interface" das mit dem MAX/MSP-Programm Max/Msp dynamisch moduliert wird. Die Wahrheit ist, das er das Instrument nicht mit den Eigenschaften aus der Fabrik ausstattete, sondern es personalisierte um so besser seinen musikalischen Zielen zu dienen. Plastikmucke ist der Name seines Duos mit dem elektronischen Percussionisten Ernst Bier. Wenn auch „(Polimer)isation“ einerseits nach der Elektronik der `80 Jahre klingt, hat es wiederum das besondere Merkmal einer spannende Brücke zwischen Frank Zappas „Yellow Shark“ und germanischen Techno, aber es gibt auch starke Einflüsse von Freejazz sowie zeitgenössischer Musik und Elementen von Stravinsky, Berio, Ligeti.
Rui Eduardo Paes - Portugal April 2006)

Cadenz Magazine, Stuart Kremsky: PLASTIKMUCKE, [POLIMER]ISATION, KONNEX 5151.
nitril zitel / propen prabel / glicidil fenil / hexa eten / kar krilase / uretan platel / urotel zinom / akulon / noril riton / kondo plaste / iso stilen / maleik stirol / oktil vinil / delrin butadien / lupolen nodal/ polia mid. 49:04.
Julean Simon, el sax; Ernst Bier, el d. No date or location indicated.
Back in the Sixties, the duo of Perrey and Kingsley recorded a pair of albums for Vanguard using all electronic instrumentation. The In Sound From Way Out and Spotlight On The Moog (Kaleidoscopic Vibrations) were campy, chirpy romps through pop songs and silly originals. That’s the music that I immediately thought of when confronted with this CD by the duo of Julean Simon on electric sax and Ernst Bier on Yamaha electric drums. At least Perrey and Kingsley allowed themselves the luxury of melody. These guys are content to isolate a random patch of interesting (or not) noises, give it an equally meaningless title, and move on to the next track. Maybe someone with ideas will sample some of the cool sounds here and make some music from it, but as it stands, this is cold, soulless, and frequently annoying. Pass.
Stuart Kremsky

Comment : After all the positive reactions to the CD i find it refreshing to read an opposite one, - makes it more normal in the usual range of acceptance. Too bad, that this guy obviously is trapped in his search for a particular sort of meaning, which he of course could not find in the melodies and titles on this CD. For a good reason. J.

Jazzdimensions, Herbert Federsel - Rezension der CD polimerisation:
Konsequent lassen sich Saxofonist Julean Simon und Schlagzeuger Ernst Bier mit ihrem Bandprojekt "Plastikmucke" ganz auf improvisatorische Prozesse ein. Das Besondere und Aufregende dabei ist, wie sie mit Hilfe elektronischer Mittel und von Computern zu völlig eigenständigen Ergebnissen gelangen. Samples und rein elektronische Klangerzeuger stehen gleichberechtigt neben Schlagwerk und Saxophon, welche jedoch so stark verfremdet werden, dass sie oftmals gar nicht mehr identifizierbar sind – und auch nicht sein sollen.
Doch ist "[Polimer]isation" alles andere als ein blutleerer Diskurs in der kalten Welt der Elektronik. Vielmehr entstehen aus dem verwirrenden Spiel der Klänge, das nicht selten von großer Intensität geprägt ist, Klanggeflechte und überraschende (Mikro-)strukturen, die sich überwiegend ohne fixe Tonalität und festgelegter Metren entwickeln können.
Sporadische Zitate und Anspielungen sind Teil der Gemengelage, die gleich Vexierbildern in einer Bits- und Bytesküche voller chemischer Formeln mäandrierend ihr Unwesen treiben, fernab von Konvention und den Idealen des Schönklangs. Abstraktion wird nicht als Abstand begriffen, sondern als "provozierende Annäherung an das haltlos Ungreifbare" (Begleittext). Das "rastlos stakkataotische" Elektronik-Tutti lädt ein zu einer Reise in unerhörte Klanglandschaften.
Sven Gutsch, Leiter IT: ich revidiere meine Meinung komplett. Plastikmucke ist grandios!!!! Ich habe die Mucke mindestens 10 mal gehört und Sie reift in meine Ohren wie ein guter Bordeaux. Jedesmal entdecke ich neue Klangbilder. Nach dieser Scheibe ist Zappa geradezu langweilig! Es kitzelt die Ohren wie eine Symphony eines grossen Orchesters....
Michael Wertmueller (drums):"ziemllich coole Scheibe! Tolle Sounds usw..." (polimerisation)
Dania Neumann: Klänge die sich der Schwingung bedienen um Resonanz zu erzeugen. Sie erreichen den Körper direkt ohne Verschleierung von Tatsachen. Phrasen und Geschwindigkeitsmodulationen füllen die Stille zwischen den Pausen. Es ist wie das Aufklatschen des Regentropfens, bevor er ankommt. Wie die Stille während der Manifestation des Klanges. Wie das Dunkle im Licht. Ankunft ohne aufzuprallen. Zeitlosigkeit als rythmische Verspieltheit, Resonanz im Raum. Das Nichts bewegter Fülle. Sowie die Fliegen ihre Strecken abfliegen, ohne zu wissen, dass ihre Existenz nur einen Flügelschlag weit vor der Ewigkeit existiert. Eine radikale Hierarchie der Bekenntnis zum Menschsein.
Nick Power (writer, USA): "I might be titling a book of poetry 'ellipsis' so I was checking out the uses of the word on the internet. I came upon your blizvid. In combination with the atmospheric sound it was an eerie and beautiful experience. Thanks....You produce a fresh, crisp sound. I enjoyed the vocalizations and the plastikmucke in particular."
Curd Duca (musician, guit, electronics): "[unison-CD] interessante musik ... sehr intensiv ... ich kann aber nicht sehr lange zuhören ... wie du schon sagst : nicht ganz mein ding ... vor allem wegen des sehr "diesseitigen" nüchternen klangs ... alles hell ausgeleuchtet wie im white cube des wachbewusstseins ... wenn du willst, könntest du ja auch echtes saxophon verwenden und - um einen "schatten" zu erhalten - aus der audiospur einen MIDI track generieren ... "
Prof. Dieter Glawischnig (pianist, head of NDR-bigband): "deine CD gefaellt mir sehr gut, spannend, abwechslungsreich, 'motivisch', 'immer das eine, aber auf immer neue weise' (Jandl). Musst du irgendwo veroeffentlichen."
Prof. Adelhard Roidinger (musician, b):"habe es nun geschafft, deine mp3 files auf CD zu bringen und habe deine Aufnahmen auch schon mehrmals gehoert, super, guter Sound. ich werde mich bemuehen, in Linz einen Auftritt zu organisieren, eventuell zu dritt mit einem "Klangschlagzeuger" dazu."
Jayrope (musician electronics, Berlin): "endlich habe ich mir die hypercello exzerpte angehoert. ich schwanke so hin und her zwischen einigen kontroversen eindruecken: beruehrtsein. es ist manchmal schoene musik, wenn auch mir zu schnell, also auch nicht beruehrt sein. sehr virtouses "material", vermisse den ausdruck von etwas spezifischem, den beweggrund hinter dem spiel. (retro over here)"
Karl Sayer (musician, b): "hab mir jetzt die cd angehoert, sind supere sachen dabei. ich koennte mir gut ein trio vorstellen, also mit schlagzeug und so."
Prof. Daniel Fetzner (Kommunik.Wiss.):"Glueckwunsch zur Plastemucke, schoenes Projekt! Die Musik gefaellt mir gut und ermoeglicht einen inneren Amoklauf durch badische Edekamaerkte und schwaebische Studienkomissionen."
Kleine Zeitung (Klammer), Graz: "vn:m-Festival... im kongenialen Duo Heimo Puschnig (Klavier) und Julean Simon (Saxophonbeatmung), das im "Stockwerk" fast lyrische Intimitaet verspruehte..."
Henner Gerdes ueber [polimer]isation:
Willkommen zu einer jazzomenalen Freiuebung operativer Essenz: Hier begreift sich Abstraktion nicht als Abstand, denn mehr als provozierende Annaeherung an das haltlos Ungreifbare. Ein rastlos stakkaotisches, stets selbstbewusstes Zusammenspiel der Elemente, geformt zu einem denkbar authentischen Hoererlebnis. Ein Reigen virtuoser Bacchantinnen verhoehnt den erdenschweren Silen.
thanx to all...
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