Ansätze zu einem Speziellen Modell vernetzter Kommunikation, Julean A. Simon, 1996

Ich bin eher zufaellig darauf gestossen, dass dieser Text offenbar gerne zitiert wird und etwa auch in Seminaren Verwendung findet, was mich natuerlich freut.. Noch mehr als das interessiert mich wie der Text im einzelnen interpretiert wird und zu welchen Ergebnissen dies fuehrt. Ich habe davon gehoert, dass es noch weitere als die hier angefuehrten Bezugnahmen gibt und freue mich ueber entsprechende Info.


Medienpoiesis Sommersemester 02, Dozentin: Margerete Jahrmann, Hochschule fuer Gestaltung und Kunst, Zuerich

WissensBILDER und DenkMODELLE
Kommunikationsmodelle - Exemplarisches Beispiel der Weiterentwicklung eines Modells
Die Kommunikationswissenschaften sind durch eine Reihe von unterschiedlichen Kommunikations-Modellen visualisiert. Am Beginn stehen relativ einfache Schemata, die dann Schritt für Schritt zu immer komplexer werdenen Modellen ausgebaut werden. In der folge einige Beispiele, die die Weiterentwicklung von Denkmodellen beispielhaft aufzuzeigen. Beim Aufkommen neuer Kommunikationsmedien ist eine eine Häufung von neuen K-Modellen auszumachen.
Lasswell
Braddock
Shannon & Weaver
Defleurs
Osgood/Schramm
Gerbner
Dance
Julean A. Simon


Das Spezielle Kommunikationsmodell [Julean A. Simon]
Julean A. Simon, der Ansätze zu einem Speziellen Modell vernetzter Kommunikation aufzeigt. So könnten Beiträge nach verschiedenen Sprechhandlungstypen gegliedert werden, wie Zustimmung, Ablehnung, Deduktion, Induktion, Abduktion, Beispiel, Beleg, Begründung usw. Zudem könnten Beiträge mit ‚struktureller Intelligenz‘ angereichert werden, indem Bezugnahmen, Ableitungen und Schnittstellen ausgewiesen werden. Mit einer Aufbereitung der Inhalte um diese Eigenschaften würde ein grosser Mehrwert zu den reinen Inhalten in Form einer Arbeits- und Entwicklungsumgebung entstehen.
Wir sprechen von einer kommunikativen Interaktion wenn der Sender mit der (retournierten) 'Wirkung' seiner Nachricht konfrontiert ist, also in gewisser Weise gleichzeitig Sender und Empfänger ist. Entsprechend können wir das gängige Diagramm des IT-Modells (Shannon & Weaver) dahingehend modifizieren, indem wir den sender-receiver Vektor zu einer (feedback-) Schleife verbiegen, sodaß sender und receiver in derselben logischen Position zusammenfallen. Diese logische Position ist die des Beobachters (observer).
Julean A. Simon fasst die Überlegungen zusammen und geht kurz auf deren Brauchbarkeit für kommunikative Infrastrukturen ein: Der Ansatz könnte 'Spezielles Kommunikations Modell' heißen, da es im Unterschied zu allgemeinen Kommunikations Modellen, die eine objektive Sicht aller relevanten Aspekte wiederzugeben trachtet, Kommunikationsprozesse aus der Teilnehmerperspektive beschreibt. Betrachtungseinheit ist nicht die message als solche, oder deren übertragung, sondern ein Feedback-Zyklus, der es erlaubt die Beziehungen zwischen einzelnen Interaktionen herzustellen um damit die jeweilige Kommunikations-Situation zu spezifizieren. Auf der Basis dieses rekursiven Prozesses wird der Kommunikations-Kontext generiert und differenziert.
Links: http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/1133/1.html


»Diskurs-Tools«  Seminar am FB Design der FH Aachen im WS 01/02, Andreas Echterhoff

Diskurstools: Bewertung + Eigenschaften
Vorschlag für die Bewertung/Evaluierung von Diskurs-Tools:
Wichtige Eigenschaften von Software für die Lerner-zu-Lerner-Interaktion
Die Ansprüche an eine Software für den Diskurs dienen für mich gleichzeitig als Basis für die Bewertbarkeit und sind dementsprechend hier zusammengefasst.
Die Umsetzung des Interface und seiner entsprechenden Technik ist hier zunächst zweitrangig. Natürlich muss gewährleistet sein, das die Benutzer ihre Inhalte und Ergebnisse in die Arbeitsgruppe eingeben können, aber die Umsetzung ist abhängig von den Zielsetzungen der Gruppe.
Wichtiger scheint, dass die Teilnehmer die gesamten Kommunikationskontext einschätzen und damit ihre und andere Beiträge besser einordnen können. Wenn die Bezüge zwischen den Beiträgen klarer werden, ergeben sich daraus wiederum neue Möglichkeiten für alle Teilnehmer, optimiert auf die Ergebnisse einzugehen, sie weiterzuentwickeln etc. Zum anderen liessen sich hier Entwicklungen und Spuren erkennen und zurückverfolgen, um Thesen zu rekapitulieren oder neue Diskussionstränge zu eröffnen. In diesem Zusammenhang sind verschiedene Thesen aus einem Beitrag von Julean A. Simon, "Ansätze zu einem Speziellen Modell vernetzter Kommunikation‘ interessant. Beiträge könnten nach verschiedenen Sprechhandlungstypen gegliedert werden, wie Zustimmung, Ablehnung, Deduktion, Induktion, Abduktion, Beispiel, Beleg, Begründung usw. Zudem könnten Beiträge mit ‚struktureller Intelligenz‘ angereichert werden, indem Bezugnahmen, Ableitungen und Schnittstellen ausgewiesen werden. Mit einer Aufbereitung der Inhalte um diese Eigenschaften würde ein grosser Mehrwert zu den reinen Inhalten in Form einer Arbeits- und Entwicklungsumgebung entstehen.
Die folgende Liste von Eigenschaften kann bei der Evaluierung von Diskurstools hilfreich sein:
* Unterstützt das Tool die Arbeitsverteilung innerhalb der Gruppe?
* Wie wird umgangen, dass Ergebnisse oder Diskussionen mehrfach erarbeitet werden, wie es z.B. in einem lange existenten Forum der Fall sein kann?
* Kann der Benutzer seinen Beitrag im gesamten Diskussionskontext sehen und einschätzen?
* Werden Beiträge wie z.B. bei ICQ nur zu einem Empfänger abgesetzt (und sind dann von der Oberfläche verschwunden)?
* Wie wird der Benutzer in der Arbeit der Strukturierung der Beiträge unterstützt?

* Können bestimmte Thesen oder Diskussionsstränge nachvollzogen werden?
* Können Bezugnahmen zwischen Beiträgen erkannt werden?
* Welche inhaltlichen Zusammenhange gibt es?

* Unterstützt das Tool die Entscheidungsfindung?
* Sind Beiträge von Teilnehmern bewertbar?
* Kann der eigene Beitrag eingeordnet werden?
* Gibt es auf dieser Basis einen Filter für Beiträge?

* Wird der aktuelle Diskursstand für die Teilnehmer schnell verständlich?
* Wie schnell kann ich den Stand der Dinge erfassen?
* Sind erreichte/ausstehende Ziele für die Teilnehmer erkennbar?
* In welchem Bezug stehen die Beiträge zueinander? (Ist ein Beitrag die Ergänzung eines vorhergehenden? Ist er eine Antithese)
* Gibt es eine Archivierung?

* Umsetzung: wird eine bestimmte Metapher verwendet und funktioniert sie für die jeweilige Zielsetzung der Arbeitsgruppe?Discuss
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Diskurstools: Dienstag, 30. Oktober 2001 ## Ein Spezielles Modell vernetzter Kommunikation
Der Ansatz könnte 'Spezielles Kommunikations Modell' heißen, da es im Unterschied zu allgemeinen Kommunikations Modellen, die eine objektive Sicht aller relevanten Aspekte wiederzugeben trachtet, Kommunikationsprozesse aus der Teilnehmerperspektive beschreibt. Betrachtungseinheit ist nicht die message als solche, oder deren übertragung, sondern ein Feedback-Zyklus, der es erlaubt die Beziehungen zwischen einzelnen Interaktionen herzustellen um damit die jeweilige Kommunikations-Situation zu spezifizieren.
J. A. Simon schreibt in seinem Beitrag im Archiv von Telepolis über vernetzte Kommunikation + Kollaboration, Superbeobachter + Nutzerperspektive in Bezug auf klassische und neue Ansätze von Kommunikationsmodellen. Ich fand den (trotz seines Alters von 4 Jahren aktuellen) Text sehr interessant, da Simon im Verlauf seiner Abhandlung viele grundsätzliche Thesen + Theorien durchforstet.
Eingestellt von Andreas Echterhoff; Datum: 30.10.01; 14:10:21 Uhr
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