Ich bin eher zufaellig darauf gestossen, dass dieser Text offenbar gerne zitiert wird und etwa auch in Seminaren Verwendung findet, was mich natuerlich freut.. Noch mehr als das interessiert mich wie der Text im einzelnen interpretiert wird und zu welchen Ergebnissen dies fuehrt. Ich habe davon gehoert, dass es noch weitere als die hier angefuehrten Bezugnahmen gibt und freue mich ueber entsprechende Info.
Medienpoiesis Sommersemester 02, Dozentin: Margerete Jahrmann, Hochschule fuer Gestaltung und Kunst, Zuerich
WissensBILDER
und DenkMODELLE
Kommunikationsmodelle - Exemplarisches Beispiel der Weiterentwicklung eines
Modells
Die Kommunikationswissenschaften sind durch eine Reihe von unterschiedlichen
Kommunikations-Modellen visualisiert. Am Beginn stehen relativ einfache Schemata,
die dann Schritt für Schritt zu immer komplexer werdenen Modellen ausgebaut
werden. In der folge einige Beispiele, die die Weiterentwicklung von Denkmodellen
beispielhaft aufzuzeigen. Beim Aufkommen neuer Kommunikationsmedien ist eine
eine Häufung von neuen K-Modellen auszumachen.
Lasswell
Braddock
Shannon & Weaver
Defleurs
Osgood/Schramm
Gerbner
Dance
Julean A. Simon
Das Spezielle Kommunikationsmodell [Julean A. Simon]
Julean A. Simon, der Ansätze zu einem Speziellen Modell vernetzter Kommunikation
aufzeigt. So könnten Beiträge nach verschiedenen Sprechhandlungstypen
gegliedert werden, wie Zustimmung, Ablehnung, Deduktion, Induktion, Abduktion,
Beispiel, Beleg, Begründung usw. Zudem könnten Beiträge mit ‚struktureller
Intelligenz‘ angereichert werden, indem Bezugnahmen, Ableitungen und Schnittstellen
ausgewiesen werden. Mit einer Aufbereitung der Inhalte um diese Eigenschaften
würde ein grosser Mehrwert zu den reinen Inhalten in Form einer Arbeits-
und Entwicklungsumgebung entstehen.
Wir sprechen von einer kommunikativen Interaktion wenn der Sender mit der (retournierten)
'Wirkung' seiner Nachricht konfrontiert ist, also in gewisser Weise gleichzeitig
Sender und Empfänger ist. Entsprechend können wir das gängige
Diagramm des IT-Modells (Shannon & Weaver) dahingehend modifizieren, indem
wir den sender-receiver Vektor zu einer (feedback-) Schleife verbiegen, sodaß
sender und receiver in derselben logischen Position zusammenfallen. Diese logische
Position ist die des Beobachters (observer).
Julean A. Simon fasst die Überlegungen zusammen und geht kurz auf deren
Brauchbarkeit für kommunikative Infrastrukturen ein: Der Ansatz könnte
'Spezielles Kommunikations Modell' heißen, da es im Unterschied zu allgemeinen
Kommunikations Modellen, die eine objektive Sicht aller relevanten Aspekte wiederzugeben
trachtet, Kommunikationsprozesse aus der Teilnehmerperspektive beschreibt. Betrachtungseinheit
ist nicht die message als solche, oder deren übertragung, sondern ein Feedback-Zyklus,
der es erlaubt die Beziehungen zwischen einzelnen Interaktionen herzustellen
um damit die jeweilige Kommunikations-Situation zu spezifizieren. Auf der Basis
dieses rekursiven Prozesses wird der Kommunikations-Kontext generiert und differenziert.
Links: http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/1133/1.html
»Diskurs-Tools« Seminar am FB Design der FH Aachen im WS 01/02, Andreas Echterhoff
Diskurstools:
Bewertung + Eigenschaften
Vorschlag für die Bewertung/Evaluierung von Diskurs-Tools:
Wichtige Eigenschaften von Software für die Lerner-zu-Lerner-Interaktion
Die Ansprüche an eine Software für den Diskurs dienen für mich
gleichzeitig als Basis für die Bewertbarkeit und sind dementsprechend hier
zusammengefasst.
Die Umsetzung des Interface und seiner entsprechenden Technik ist hier zunächst
zweitrangig. Natürlich muss gewährleistet sein, das die Benutzer ihre
Inhalte und Ergebnisse in die Arbeitsgruppe eingeben können, aber die Umsetzung
ist abhängig von den Zielsetzungen der Gruppe.
Wichtiger scheint, dass die Teilnehmer die gesamten Kommunikationskontext einschätzen
und damit ihre und andere Beiträge besser einordnen können. Wenn die
Bezüge zwischen den Beiträgen klarer werden, ergeben sich daraus wiederum
neue Möglichkeiten für alle Teilnehmer, optimiert auf die Ergebnisse
einzugehen, sie weiterzuentwickeln etc. Zum anderen liessen sich hier Entwicklungen
und Spuren erkennen und zurückverfolgen, um Thesen zu rekapitulieren oder
neue Diskussionstränge zu eröffnen. In diesem Zusammenhang sind verschiedene
Thesen aus einem Beitrag von Julean A. Simon, "Ansätze zu
einem Speziellen Modell vernetzter Kommunikation‘ interessant.
Beiträge könnten nach verschiedenen Sprechhandlungstypen gegliedert
werden, wie Zustimmung, Ablehnung, Deduktion, Induktion, Abduktion, Beispiel,
Beleg, Begründung usw. Zudem könnten Beiträge mit ‚struktureller
Intelligenz‘ angereichert werden, indem Bezugnahmen, Ableitungen und Schnittstellen
ausgewiesen werden. Mit einer Aufbereitung der Inhalte um diese Eigenschaften
würde ein grosser Mehrwert zu den reinen Inhalten in Form einer Arbeits-
und Entwicklungsumgebung entstehen.
Die folgende Liste von Eigenschaften kann bei der Evaluierung von Diskurstools
hilfreich sein:
* Unterstützt das Tool die Arbeitsverteilung innerhalb der Gruppe?
* Wie wird umgangen, dass Ergebnisse oder Diskussionen mehrfach erarbeitet werden,
wie es z.B. in einem lange existenten Forum der Fall sein kann?
* Kann der Benutzer seinen Beitrag im gesamten Diskussionskontext sehen und
einschätzen?
* Werden Beiträge wie z.B. bei ICQ nur zu einem Empfänger abgesetzt
(und sind dann von der Oberfläche verschwunden)?
* Wie wird der Benutzer in der Arbeit der Strukturierung der Beiträge unterstützt?
*
Können bestimmte Thesen oder Diskussionsstränge nachvollzogen werden?
* Können Bezugnahmen zwischen Beiträgen erkannt werden?
* Welche inhaltlichen Zusammenhange gibt es?
* Unterstützt
das Tool die Entscheidungsfindung?
* Sind Beiträge von Teilnehmern bewertbar?
* Kann der eigene Beitrag eingeordnet werden?
* Gibt es auf dieser Basis einen Filter für Beiträge?
* Wird der aktuelle
Diskursstand für die Teilnehmer schnell verständlich?
* Wie schnell kann ich den Stand der Dinge erfassen?
* Sind erreichte/ausstehende Ziele für die Teilnehmer erkennbar?
* In welchem Bezug stehen die Beiträge zueinander? (Ist ein Beitrag die
Ergänzung eines vorhergehenden? Ist er eine Antithese)
* Gibt es eine Archivierung?
* Umsetzung: wird
eine bestimmte Metapher verwendet und funktioniert sie für die jeweilige
Zielsetzung der Arbeitsgruppe?Discuss
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Diskurstools:
Dienstag, 30. Oktober 2001 ## Ein Spezielles Modell vernetzter Kommunikation
Der Ansatz könnte 'Spezielles Kommunikations Modell' heißen, da es
im Unterschied zu allgemeinen Kommunikations Modellen, die eine objektive Sicht
aller relevanten Aspekte wiederzugeben trachtet, Kommunikationsprozesse aus
der Teilnehmerperspektive beschreibt. Betrachtungseinheit ist nicht die message
als solche, oder deren übertragung, sondern ein Feedback-Zyklus, der es
erlaubt die Beziehungen zwischen einzelnen Interaktionen herzustellen um damit
die jeweilige Kommunikations-Situation zu spezifizieren.
J. A. Simon schreibt in seinem Beitrag im Archiv von Telepolis
über vernetzte Kommunikation + Kollaboration, Superbeobachter + Nutzerperspektive
in Bezug auf klassische und neue Ansätze von Kommunikationsmodellen. Ich
fand den (trotz seines Alters von 4 Jahren aktuellen) Text sehr interessant,
da Simon im Verlauf seiner Abhandlung viele grundsätzliche Thesen + Theorien
durchforstet.
Eingestellt von Andreas Echterhoff; Datum: 30.10.01; 14:10:21 Uhr
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