Kurator für Kunst & Neue Medien / Österreich

Orthogonalität
Ich sehe die Aktivitäten des Kurators als orthogonal zu verbeamteten, formalisierten Förderungs- und Vermittlungsstrategien. Darin liegt auch die Frische, die Attraktivität, die Chance z.B. neue Methoden zu erproben. Dazu kommt daß der Kurator bis zu einem gewissen Grad seine eignen Vorlieben einbringen und der zweijährigen Kuratorentätigkeit einen persönlichen Charakter verleihen kann, insbesondere wenn dies eine nachhaltige, größere Wirkung erzielt.

Zur Zentralorgan-Strategie:
Es ist zweifelhaft ob es überhaupt eine "geschlossene Strategie" oder eine "zentrale Koordinationsstelle für Medienkunst" geben kann und soll. Eine "Anlaufstelle für sämtliche Institutionen und Projekte" ist ein langfristiges - letztlich bürokratisches - Projekt. Im Rahmen der Kuratorentätigkeit sind eher flexible task-force Strategien, dezentrale Strukturmaßnahmen, Matchmaking, Anstoßfinanzierungen, etc. gefragt.

Konkrete Schritte ?
Einige Bewerbungen lesen sich wie Übungen im "Netjargon" die vielleicht auf Insiderkompetenz schließen lassen und dabei reichlich allgemein gehalten sind und für die einzelne Vorgangsweise vielerlei Interpretation zulassen. Die geplante Kuratorentätigkeit sollte anhand konkreter Vorhaben beschrieben werden und ist letzlich an der Überzeugungsfähigkeit, am Witz und am voraussichtlichen Erfolg zu messen nicht an diesem vordergründigen Kompatiblitätsbeweis.

J. Simon,  Feb, 2000