julean a. simon

 

wie sich das denken im koerper die mitte sucht...

embodiment-Tagung Vogelbach/Freiburg, 9.6.2011

Abstrakt

 

Der Versuch das Erlernen einer koerperlichen Faehigkeit in seinen Details und Phasen an sich selbst zu beobachten und in den Kontext des Embodimentansatzes zu stellen. Im Verlauf des Selbstversuchs entwickeln sich mehrere Teilkonzepte, die sich deutlich von der etablierten Theorie unterscheiden:

  1. Koerper und Umwelt bilden eine unteilbare Domaine
  2. Fokusierung auf elementares, selbstorganisierendes Lernen mit
  3. verstaerkter kognitiver Intervention (Versprachlichung) und
  4. dynamischen Werkzeugen (Spiele erfinden, Feedback-Zyklen konstruieren)

Background: ApplikationsInterfaces

 

 

 

 

 

 

 

Selbstversuch: Slacklining

 

 

 

 

Jedes Projekt entsteht in einem Kontext und der ist bei mir u.a. die langjaehrige Beschaeftigung mit der Architektur und Komplexitaet von Applikationsschnittstellen. Ich stelle fest:

  1. typische Interaktion in elektronischen Umgebungen erreichen bei weitem nicht die physisch/mentale Interaktionskomplexitaet von analogen Taetigkeiten (wie etwa Tennisspielen, Kochen oder Klavierspielen)
  2. Fixierte Interaktionsstrukturen von Applikationen behindern oder unterbinden Veraenderungen im Interaktionsverlauf, wie sie fuer Lernen essentiell sind

Daher koennte es aufschlussreich sein, sich diese "analogen" Faehigkeiten etwas genauer anzusehen, wie wir sie erlernen und mit welchen Modellen und Vorstellungen wir dabei arbeiten.

Ich habe dazu waehrend der vergangenen Monate einen Selbstversuch unternommen, bei dem ich beobachten wollte, wie man eine neue Faehigkeit erwirbt. Ich waehlte dazu das Seiltanzen. Und dafuer gibt es eine moderne Form, das "Slacklinen", das noch etwas schwieriger ist, da man eine lose schwingende Leine verwendet. Ich habe also eine Slackline bei ebay ersteigert und sie quer durchs Zimmer gespannt. Es ging mir nicht darum moeglichst schnell zu lernen, sondern eher moeglichst langsam, damit das Beobachten mit dem Lernen schritthaelt. Ich habe mit unterschiedlichen Versuchsszenarien und Uebungsverfahren experimentiert, den Uebungsverlauf protokolliert und kommentiert und parallel dazu in verschiedensten Literaturbereichen gestoebert.

Der vorliegende Text ist heterogen, indem er Beobachtungen und Kommentare aus den Protokollen zusammenfasst, die mir als relevant fuer das Lernen erscheinen.

Thesen

Aus einem wissenschaftlichen Objektivitaetsanspruch heraus muesste ich vornweg zugeben, dass die Formalisierung und laufende Reflexion dieses Selbstversuchaufbaus den zu beobachtenden Lernprozess vermutlich beeinflusst. Aber meine erste These waere, dass dies nicht untypisch fuer Lernen ist: Lernen hat den Charakter eines Selbstversuchs und arbeitet mit Formalisierung, Systematisierung, Thesenbildung, Modellbildung, Feedback, Reflexion.

Meine zweite These verschaerft die erste hinsichtlich der Beteiligung kognitiver Mechanismen und wendet sich gegen die verbreitete Ansicht, dass es im wesentlichen der Koerper waere der Balancieren lernt. Vielmehr ist der Koerper eine Vorstellung (also ein kognitiver Prozess) anhand derer sich das Prinzip der Balance nicht nur verwirklicht, sondern auch veranschaulicht.

 

 

SlacklineMix, Mauser, GibbonJuniorTeam

 

 

 

 

 

 

 

Physikal. Modell

Doppelpendel

Aber ich moechte hier zunaechst den konventionellen Ansatz skizzieren. Wenn wir vor einer neuartigen Situation stehen - wie z.b. dieser Slackline - haben wir verschiedene Vorstellungen oder Modelle, anhand derer wir uns orientieren. z.b.:

  • Imitation eines Vorbilds: wir haben (klarerweise auf youtube) jemanden ueber diese schwingende Leine laufen sehen und schliessen daraus, 1. dass es moeglich ist, 2. welche Bewegungsmodi naheliegend, 3. welche Gefahren drohen, usw.
  • physikalistischer Ansatz: wenn wir kein (youtube-) Vorbild haben, so koennen wir doch aus unserer Objektwelt-Zentrierung heraus ein physikalisches Modell (des Slacklinens) intuieren und haben erste Thesen bereits bevor wir den Fuss auf die Slackline stellen.
  • physiologischer Ansatz: aufgrund unserer Koerpervorstellungen, die sich aus koerperlichen Erfahrungen zusammensetzen, bevorzugen wir bestimmte Vorgangsweisen gegenueber anderen

... und viele weitere Modellvorstellungen koennen Orientierungen liefern. Sehen wir uns unsere StandardModelle genauer an, z.b. das physikalische Modell:

Eine Slackline wird an zwei Punkten montiert, die die Achse ihrer Schwingung bilden. Wir koennen uns des physikalischen Modells eines Mehrfachpendels bedienen um das Problem zu beschreiben. Das Doppelpendel ist ein Pendel an dessen Arm ein zweites Pendel montiert ist und gerne zur Demonstration chaotischen Verhaltens verwendet wird. Es erzeugt ein unvorhersehbares Bewegungsmuster, welches exponentiell auf Störungen reagiert. In manchen Zustaenden dieses Pendels genuegen minimale Aenderungen um den weiteren Verlauf des Pendelns signifikant zu veraendern. Es handelt sich um ein nichtlineares System, das analytisch nicht zu loesen ist.

Die Vorspannung der Leine, Position und Gewicht des Slackliners, die Laenge und die Dehnungseigenschaften der Leine bestimmen die Distanz des Standpunkts von der Achse. Diese Distanz waere unser erstes Pendel. Der Slackliner bildet ein sekundaeres, invertiertes Pendel. Koerperteile die Ausgleichsbewegungen durchfuehren, stellen weitere Pendel dar. Beim Slackliner handelt es sich um raeumliche Pendel, deren Laengen und Trajektorien veraendert und deren Bewegungen beschleunigt werden koenen. Der Slackliner nutzt diese Moeglichkeiten um kumulativ (Gesamtheit aller Veraenderungen) und rekursiv (unter Verwendung von Feedback) Stabilitaet zu kontrollieren.

Variation in der Installation bezueglich Hoehe und Laenge der Leine, deren Spannung, Dehnungskoeffizient und Breite der Leine ergeben bereits unterschiedlichste Bedingungen. Werden diese Bedingungen auch nur geringfuegig veraendert, so zeigt das System andere Schwingungseigenschaften, die insbesondere dem Anfaenger (wie mir) grosse Schwierigkeiten bereiten. Wenn er es erstmal schafft einige Sekunden auf der Leine zu stehen, wird klar, dass er sich in einem aeusserst instabilen Zustand befindet, den er mittels exzessiver, oft ineffizienter und kontraproduktiver Ausgleichsbewegungen zu kontrollieren versucht. Wir sind im Reich physiologischer Modellvorstellungen angelangt:

Physiol. Modell

Aristoteles, Feldenkrais

Zum Verstaendnis der Grundlagen und Zusammenhaenge menschlicher Bewegung ist zunaechst Aristoteles interessant, der in seinem Buch ueber die Bewegung der Tiere schreibt: der Ursprung der Bewegung ist die Ruhe: wenn sich ein Tier bewegt, muss irgendein Teil des Tiers unbewegt sein. Daher sind Gelenke notwendig, damit sich ein Teil gegenueber einem anderen bewegen kann. Damit sich ein Tier bewegen kann, muss es ausserhalb des Tiers ein widerstaendiges Medium geben (so wie sich ein Boot bewegt indem es gegen den Widerstand des Wassers gerudert wird).

Auch bei Feldenkrais (Body and Mature Behavior, 1947) gibt es dazu aufschlussreiches: Damit ein Koerper sich bewegen kann, muss er aus verschiedenen Teilen bestehen, die unterschiedliche Masse haben, denn waeren die Massen gleich, wuerden sich Bewegungen gegenseitig ausloeschen. Fuer Feldenkrais ist die Schwerkraft zentral fuer das Verstaendnis von Bewegung. Er widerspricht der Theorie, dass Hominiden den aufrechten Gang entwickelten, um die Haende frei zu haben, oder besser ueber die freie Savanne laufen zu koennen (oder wie Sloterijk sagt, dass wir dadurch zu Horizontbeobachtern werden). Feldenkrais sagt, indem die Koerpermassen uebereinander angeordnet werden, speichert der aufrechte Stand/Gang potentielle Enegie und reduziert das Traegheitsmoment bei Drehung. Dadurch ist es moeglich 1. Energie in Aktivitaetspausen zu speichern, 2. in kuerzester Reaktionszeit abzurufen und 3. in alle Richtungen einzusetzen.

Wie lernen?

Unsere dominant objektzentrierte Weltsicht verleitet uns offenbar dazu, bei Aufgabestellungen wie dem Slacklinen etwa die physische und physiologische Komplexitaet aus entsprechenden Modellvorstellungen abzuleiten. Ich habe sie Standardmodelle genannt, da sie die Grundlagen z.b. der Sportphysiologie bilden, nach welchen auch Kinder angeleitet und trainiert werden. Daneben existieren natuerlich unzaehlige Privatmodelle, die zur Orientierung verwendet werden. Es geht mir hier nicht um das "richtige" Modell, sondern nur darum, DASS wir mit Vorstellungen und Modellen arbeiten um einen Zugang zur Bewaeltigung neuer Situationen zu oeffenen.

Beim Slacklinen geht es demnach darum, mittels diverser Sinneseindruecke (visuell, haptisch, proprioceptiv, etc.) den Gleichgewichtszustand wahrzunehmen, bzw. mittels antizipatorischer Ausgleichshandlungen herzustellen.

Diese vorstellungsgeleitete, oder modellorientierte Herangehensweise erzeugt die Kriterien und Anforderungen anhand derer in einem rueckkoppelnden Prozess Handeln konkretisiert (also bewertbar und veraenderbar) wird.

Aus dem so gewonnenen Anforderungprofil ergibt sich in der Folge der typische Charakter konventioneller Uebungsanleitungen und Trainigsprogramme: sie sind aus einer objektiven Perspektive formuliert, also aus der Perspektive eines ausserhalb des Beobachtenten stehenden Beobachters. Die Hoffnung besteht darin, dass der Uebende durch das Befolgen einer Handlungsanweisung so disponiert wird, dass Lernen einsetzt.

Lern-Konvention

Lernen kann phenomenologisch auf verschiedenen Ebenen beobachtet werden: etwa einer neurologischen, auf der mittels wiederholter, zeitnaher Aktivierung mehrerer Neuronen neue Verknuepfungen etabliert und stabilisiert werden; auf einer sensorischen, auf der Sensibilisierung einzelner Sinne oder Synaestesie eintritt; auf einer motorischen Ebene auf der Ablauefe repetitiv geuebt und Reaktionszusammenhaenge automatisiert werden; oder einer kognitiven Ebene auf der wir mit Vorstellungen, also symbolischen Systemen operieren...

Es existieren konkurrierende Theorien, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen. So versteht etwa der "embodiment"- Ansatz den Koerper als den Ort der Kognition, und beschreibt Kognition als im Koerperumfeld situiertes Verhalten. Einzelne Aspekte des embodiment-Ansatzes finde ich problemlos nachvollziehbar, andere basieren meineserachtens auf einer (koerperzentrierten) Koerper-Geist Dichotomie, waehrend ich eher dazu tendiere den Koerper/Umwelt-Komplex als eine Vorstellung, also ein Produkt der Kognition zu begreifen.

Die konventionelle Praxis koerperlichen Lernens basiert auf der Vorstellung eines Koerpers, ausgestattetet mit verschiedenen Faehigkeiten, die mittels entsprechender Uebung modifiziert, optimiert oder erweitert werden koennen. Viele Faehigkeiten beziehen sich auf Aspekte (Objekte, Eigenschaften) einer Umwelt in welcher sich der Koerper befindet und zu welchen er sich spezifisch verhaelt (Gleitschirm in unterschiedlichen Windverhaeltnissen, Instrument in einem Orchester, Auto im Verkehr).

Wer etwas erlernen moechte, vertraut sich ueblicherweise einer mehr oder minder formalisierten und instruierten Pragmatik an und orientiert sich an Vorbildern oder gewuenschten (Teil-) Zielen. Die typische Form des Uebens ist die Wiederholung; der Ablauf geht vom Einzelnen zum Ganzen und vom Einfachen zum Schwierigen. Soweit kognitive Intervention im Lernprozess ueberhaupt explizit wird, operiert sie mit den in die Taetigkeit involvierten Umwelt- und Koerperteilen als Objekten und deren Beziehungen zueinander.

Der typische Lehrer setzt nicht direkt auf die Einsicht des Lernenden, sondern auf die korrekte Ausfuehrung von Anweisungen, die sodann als Zeichen fuer erfolgte Einsicht gilt. Noch weiter geht die verbreiteten Ansicht, dass eine koerperliche Faehigkeit unbewusst und somit auch der Lernprozess moeglichst unbewusst erfolgen sollte. Je spezifischer der Zweck und je enger die Ziele definiert sind, als desto effizienter erweist sich diese Methode/Methodik. Das konventionelle Lernen basiert auf einer Reihe weiterer Hypothesen, etwa wird nach wie vor fuer Lernende ab einem gewissen Alter nicht nur die koerperliche Leistungsfaehigkeit, sondern auch das Lernvermoegen nicht sehr optimistisch eingeschaetzt.

Selbstversuch

Dies ist keine Karikatur, sondern in unzaehligen Lernbereichen gaengige Praxis. Dennoch wird gelernt. Die Frage ist wie. Offenbar ganz wesentlich durch gleichzeitiges, selbstgesteuertes Lernen.

Fuer den Selbstversuchs stellte ich einige Bedingungen und lose Regeln auf: Obwohl ich Meister auf der Slackline gesehen hatte, wollte ich ohne grosse Vorbilder oder Ziele vorgehen und auch nicht moeglichst schnell vorankommen. Im Durchschnitt habe ich mich nur etwa 10 min pro Tag an der Slackline versucht, immer wieder mit mehrtaegigen Pausen. Es sollte keinen mittel- oder langfristigen Trainingsplan geben. Bewusst langsames Vorgehen sollte Zeit geben, einzelnen Fragen nachzugehen und interessante Aspekte genauer zu untersuchen. Mehr Zeit als fuer die praktische Uebung verwendete ich fuer die kognitive Aufarbeitung, die Kommentierung der Eindruecke, Literatursuche und Auswertung, die Formulierung einiger kleiner Thesen. Somit stellt sich der koerperliche Lernfortschritt - naemlich, dass ich mittlerweile in der Lage bin einige Zeit auf der schwankenden Leine auf und abzulaufen - eher als Spinoff des Projekts dar. Aber so sollte es ja immer sein...

 

AlsoIm Folgenden einige authentische Kommentare aus dem Protokoll:

  1. Ich stelle einen Fuss auf die Leine und belaste ihn immer mehr, waehrend der andere Fuss am Boden bleibt. Kein Problem.
  2. Ich stelle auch den anderen Fuss auf die Leine und versuche stehen zu bleiben. Ich stuerze ...
  3. Ich stuerze so schnell, dass ich gar nicht weiss was geschehen ist: es fehlt die Beobachtung des Fehlers. Vielleicht ist die Beobachtbarkeit nicht gegeben, denn ich weiss in dem Moment nicht, wie ich den Fehler haette beobachten koennen.
  4. Warum nenne ich es einen Fehler? Weil ich annehme dass beidbeiniges Stehen moeglich ist
  5. Punkt 1 war erfolgreich - Punkt 2 scheiterte. Also scheint es ratsam mit dem Erfolgreichen zu beginnen und sich in Richtung des Scheiterns aufzumachen.
  6. Ich stelle einen Fuss auf die Leine und versuche den anderen Fuss vom Boden zu loesen. Das "immer laenger" Spielchen. Schraenkt das Beobachten auf ein Zeitmessen ein. Gut, es macht die Versuche vergleichbar, motiviert zur Wiederholung, das Zaehlen der Sekunden lenkt von negativer Selbstsuggestion ab.
  7. Es gelingt schliesslich eine halbe Minute auf der Leine einbeinig zu balancieren, wobei das Standbein auf der Leine mehr oder minder stark lateral schwingt, waehrend vor allem das freie Bein als Ausgleichsgewicht fungiert. Ich kann derzeit nicht entscheiden, ob die Ausgleichsbewegungen unwillkuerliche oder willkuerliche Bewegungen sind. Ich nenne sie im folgenden Kompensationsbewegungen.
  8. Mir ist bewusst: Fuss, Bein, Leine, Bewegung, etc. gehoeren zu einer Super-Beobachter-Sprache, die diese Selbstbeobachtung fuer andere lesbar macht. Fuss und Bein existieren als solche jedoch nicht in der Introspektion. Wenn ich hier Fuss sage, meine ich nicht den physischen Fuss, sondern den sprachlichen Begriff den ich, die entsprechende Koerpervorstellung dekonstruierend, in dieser verorte. Am naehesten der Erfahrung kommen Beschreibungen der Handlungen und Zusammenhaenge. Fuss meint dann z.b.: Steuerung mehrerer Achsen (seitliches Aufkanten, Belastung der Ballen), oder auch orientierendes Tasten (mit den Zehen die Lage der Leine abtasten, bevor der Fuss aufsetzt).
  9. Die halbe Minute auf der Leine erzeugt eine deutliche Vorstellung, die wesentliche beteiligte Aspekte einschliesst und unwesentliche ausschliesst. Es ist mir sofort klar welche Art von Bewegungen typisch, welche Koerperteile wie beteiligt, welche Problemtypen auftauchen koennen. Sofort ist klar, dass die Leine und ihre Aufhaengung nicht getrennt vom Balancierenden zu denken sind, sondern als ein System, das ich "Balancier-System" nennen werde.
  10. Die Ausgleichsbewegung (z.b. des freien Beins) betrachtet aus der Logik des Balancier-Systems kann man als kompensatorische Bewegung bezeichnen, insofern als es jegliche Bewegung ist, die auf entstehende Instabilitaet entsteht und Stabilitaet wieder herzustellen versucht.
  11. Differenzierung kompensatorischer Interaktionen: z.b. jener die Kompensationen hinsichtlich des Verlusts des Gleichgewichts betreffen, und jene Kompensationen, die Verletzung bei einem Sturz verhindern sollen. Mit der Zeit bewirken diese Differenzierungen eine strukturierte Vorstellung von der Aufgabe und ihrer Bewaeltigbarkeit.
  12. Ich bin verkrampft, insbesondere im Schulterguertel. Die rechte Schulter macht die Anspannung spuerbar mit der ich mich im Gleichgewicht zu halten versuche. Das erstaunt mich.
  13. Es wird mir klar dass ich im wesentlichen visuell balanciere, denn wenn ich die Augen schliesse bin ich weg. Einige Versuche mit kurzzeitig geschlossenen Augen zeigen, dass da wohl ein wenig Intervention des Gleichgewichtsorgans da sein muss. Je laenger die Augen geschlossen sind desto eher gerate ich jedoch in eine Orientierungslosigkeit, verstaerkt durch die Lateralbewegung des Standbeins. Das heisst vielleicht, dass ein zu grosser Teil der Umgebung ins System mit einbezogen ist (auch angsbedingt, wo man hinfaellt, wenn man nicht rechtzeitig Sturzkompensation betreibt). Ich sollte auf das unmittelbare Balanzier-System fokussieren.
  14. Einbeiniges und beidbeiniges Balancieren unterscheiden sich erheblich. Einbeiniges nutzt primaer das freie Bein zum Gewichtsausgleich und erfordert eine distinkte Uebergabe der Balanzier-Verantwortung von einem Bein auf das andere. Beidbeiniges Balancieren bei dem fuer laengere Zeit beide Fuesse auf der Leine stehen erfordert kompensatorische Verlagerungen des Oberkoerpers ueber der Huefte; ein Schritt wird gesetzt wenn das System in Balance ist.
  15. Ich atme nicht entspannt. Wie sollte man atmen? im Rhythmus der Schritte?
  16. Ich habe verschiedene Auftritte versucht: barfuss, Socken, Fivefingers, Sportschuhe, sogar mit Reisstrohschlappen. Am schwierigsten mit Socken: Rutschgefahr wenn der Fuss nicht mittig aufsetzt. Sonst laesst sich ein schlecht aufgesetzten Fuss durch entsprechenden Druck (Aufkanten des Fusses, Schwerpunktverlagerung,...) kompensieren. Momentan uebe ich mit Socken um mich zu zwingen den Fuss moeglichst optimal aufzusetzen.
  17. Ueberlagerung der unwillkuerlichen kompensatorischen Bewegungen durch intensionale Bewegungen scheint das Gleichgewicht leichter kontrollierbar zu machen.
  18. Es scheint mir als wuerde das Gleichgewichtssystem (visuell, vestibular) nicht kontinuierlich arbeiten, sondern mit grossen Schwellwerten, die erst ein bereits deutliches Ungleichgewicht melden. Das Training muesste versuchen, die Schwellwerte herabzusetzen auf eine moeglichst kontinuierliche Wahrnehmung von Ungleichgewicht, das schneller und dann mit weniger Aufwand ausgeglichen werden kann.
  19. Fuer das Slacken wird empfohlen einen Punkt am Ende der Line zu fixieren. Mir erscheint es nicht schwieriger mich auf den Bereich unmittelbar vor den aufgesetzten Fuessen zu konzentrieren, obwohl er bewegt ist, zumal dies das Aufsetzen des Fusses erleichtert und die Abrutschgefahr mindert.
  20. Versuche mit dem Blickpunkt: Punkte in verschiedenen Winkeln zur Gehrichtung, dabei wird es klarerweise immer schwieriger je seitlicher dieser Punkt liegt. Oder den Fernseher als diesen Punkt waehlen und zu versuchen dem Inhalt bewusst zu folgen, d.h. die Aufmerksamkeit vom Balanzieren abzuziehen.
  21. Es stellt sich immer klarer heraus, dass eine fersenzentrierte Haltung bessere Stabilitaet bringt, waehrend der bisherige intuitive Ansatz mehr Gewicht auf die Ballen verlegte, da dies mehr Kontrolle zu versprechen schien. Fersenzentrierung vermittelt das Gefuehl von Stand, Ballenzentrierung eher das Gefuehl von Gehen.
  22. Man tendiert dazu, Instabilitaet durch (z.b. Vorwaerts-) Bewegung zu kompensieren, was zu immer hoeherem Kraftaufwand fuehrt, dessen Instabilitaet wiederum durch hoehen Kraftaufwand zu kompensieren waere, was sehr schnell im Abstieg von der Leine endet. Eine (wenn man so will) Schluesselqualifikation des Balanzierens besteht darin, moeglichst aus allen Haltungen moeglichst direkt wieder in eine entspannte Ruheposition gelangen zu koennen.
  23. Schulterproblem: auch nach zwei/drei Monaten tritt immer noch Verspannung auf (nur rechts). Ich beobachte den rechten Arm: es scheint, dass ich ihn immer in einer Kompensationshaltung belasse, sodass die naechste Kompensation die letzte als Ausgangspunkt nimmt.
  24. Ich sehe zu, dass der Arm wenn immer moeglich in eine Ruheposition zurueckkehrt, dadurch loest sich die Verkrampfung allmaehlich. Ausserdem erweist sich die Ausgleichsbewegung aus der Ruheposition zumeist als effizienter.
  25. Beidbeiniges Stehen auf der Leine erscheint intuitiv schwieriger als auf einem Bein. Allerdings muss ich diese Annahme zunehmend revidieren: aus unklaren Gruenden haben laengere beidbeinige Phasen mit kurzgehalten Schrittphasen stabilisierenden Effekt. Moeglicherweise benoetigen Ausgleichsbewegungen des freien Beins mehr Kraftaufwand, ermueden und verlieren dadurch die Subtilitaet. Im beidbeinigen Stand hingegen kann vielleicht eine Art Verschraenkung oder Sperre mittels der Leine hergestellt werden.
  26. Waerend eine Erholung aus oft aussichtslosen Instabilitaeten einbeinig noch moeglich ist, ist der Spielraum fuer das Wiederherstellen einer entspannten Stabilitaet im beidbeinigen Stand erheblich kleiner.
  27. usw.

 

Im folgenden behandle ich einige Themen, die mir in Hinblick auf Lernen relevant erscheinen:

Balancier-System

Das Balancier-System ist eine spezifischer Koerpervorstellung. Sie inkludiert das Balanciergeraet (die konkrete Leine und konkrete Aufhaengung, die die spezifischen Eigenschaften bestimmen). Dies entspricht in gewisser Weisen der "Situiertheit" des Koerpers in embodiment-Ansaetzen, mit dem Unterschied der Inkludierung des direkten Interaktionsumfelds in die Koerpervorstellung, bzw der Exkludierung der in einem Interaktionkontext unbeteiligten Umfelds- und Interaktionsaspekte. Gegenueber der ueblicherweise integrativen, kanonischen, systematisierten Koerpervorstellung ist dies ein dynamisches Modell.

Ausgleichshandlungen haben einen kumulativen Charakter, dh. dass Ausgleichsbewegungen andere Ausgleichsbewegungen beeinflussen, sodass man (praktisch) nicht mit Einzelbewegungen, sondern nur mit deren Summe operieren kann. Insbesondere gilt dies auch fuer den Einfluss der Umgebung (also zb. dem Verhalten der Slackline): eine Ausgleichsbewegung beeinflusst die Schwingung der Leine und diese beeinflusst rueckwirkend die Ausgleichsbewegung.

Ausserdem ist das Slacklinen zeitkritisch, d.h. reines Reagieren auf Sinneswahrnehmungen kommt zu spaet. Somit muessen auf verschiedenen Ebenen feed-forward-Mechanismen genutzt werden, die Zeit einsparen: die Entwicklung eines Vorwissens ueber die verschiedenen Eigenschaften des Systems, das Vorhersehen von Kausalitaeten, die Vorauswahl von bestimmten Reaktionen auf bestimmte Ereignisse, etc.; mit einem Wort: Antizipation

Das Verhalten der Slackline und die Interaktionen des Slackliners bilden also ein Gesamtsystem. Allgemeiner ausgedrueckt: Umwelt ist Teil des Koerpers. Und zwar nicht nur im McLuhanschen Sinne als Extension, sondern als integrative, strukturelle Vernetzung (oder strukturelle Kopplung, wie die Konstruktivisten sagen). Eine Optimierung (also Ueben) setzt also sinnvollerweise nicht an einer objektivierten Realitaet an (z.b. Handlungsaenderung aufgrund physiologischer Analyse), sondern versucht direkt in den kumulativen Prozess strukturierend und steuernd einzugreifen. Fuer das Lernen ist unerheblich zu entscheiden, ob zb. der Koerper die Leine oder die Leine den Koerper auslenkt. Vielmehr geht es darum aus dem kombinatorischen Verhalten einen neuen senso-motorischen Komplex zu entwickeln, der nur im Gesamtsystem (hier im Balancier-System) existiert und dieses steuerbar macht.

Waehrend also die Empirik (zb. die Sportphysiologie) aus messtechnischen Gruenden einzelne Koerperfunktionen und damit den Koerper als solchen vom Interaktionsgegenstand, also der relevanten Umwelt trennt, geht das Lernen synthetisch und integrativ vor, es bildet subjektive und weiter modifizierbare Integritaeten aus.

Der Koerper ist eine dynamische Vorstellung, die die Wahrnehmungen, die ein Gehirn produziert, konzeptuell plausibel macht. Der Koerper (bzw. die Koerpervorstellung) ist also ein selbstorganisierendes Speicherkonzept das Wahrnehmungen assoziativ verknuepft und relevante Systemzustaende symbolisch markiert.

Allerdings wenn ein Gehirn handeln moechte, dann moechte es, dass der Koerper transparent wird und sich die Intension direkt in die Wirkung transformiert, moeglichst ohne Behinderung durch den Koerper (bzw. die Koerpervorstellung). Manche Musikergehirne koennen das.

Angst

Am Anfang des Lernens steht Angst, neurobiologisch durch das Fehlen entsprechender neuronaler Verknuepfungen erklaert. Zunaechst entsteht Verwirrung darueber, wie man sich in einer neuartigen Situation verhaelt, nachdem erste Versuche oder Vorstellungen sich als inadaequat erwiesen haben und einem klar wird, dass man weder adaequate Verhaltensweisen kennt, noch die Konsequenzen inadaequater Verhaltensweisen: also potentielle Gefahren. Kommt dann noch Druck hinzu entsteht Angst.

Am signifikantesten in meinen Slackline-Anfaengen war das heftige Schwingen in das Leine und Koerper ploetzlich verfallen, denn es gab bislang nichts, was mit dieser lateralen Rotationsdynamik vergleichbar waere. Gelegentliche Stuerze sind so blitzartig, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie genau und warum sie passieren. Vergleichbar am ehesten noch mit Schwindel. Mittlerweile habe ich dieses Schwingen einigermassen im Griff, ohne genau sagen zu koennen wie. Irgendwann kam ich auf die Idee, das Schwingen durch absichtliches, noch staerkeres seitliches Schwingen zu "ueberwaeltigen". Tatsaechlich gelang es zunehmend besser dieses Schwingen zu kontrollieren. Moeglicherweise wird dieses wilde Schwingen durch rein reaktive Ausgleichsbewegungen erzeugt, die das Schwingen weiter verstaerken, weil sie staendig zu spaet kommen. Wenn absichtliches, starkes Schwingen diese Schwingung deutlich ueberlagert, dann kann daraus offensichtlich allmaehlich Kontrolle entwickelt werden.

Angst (z.b. aufgrund tatsaechlicher oder vorgestellter Stuerze) bewirkt die Entwicklung von Vermeidungsstrategien, die mit Verhaltensoptimierungen interferieren. Hier hilft die Entwicklung eines (Angst-)Kompensationsmodus, also beispielsweise eine Art euphorischer Wagemut, mit dem man sich in die beaengstigende Situation stuerzt. Eine durch Angst hervorgerufene Blockade laesst sich loesen, z.b. indem man sich darauf konzentriert, sich moeglichst stilistisch schoen zu bewegen.

Lernen

Der konventionelle Begriff von Lernen ist die utiliaristische Rueckrechnung von einem Problem auf ein Verhalten. Spitzer sagt da schon besser: Lernen ist die Spur des Gebrauchs des Gehirns.

Auch fuer mich, den Lernenden selbst sieht es gelegentlich so aus, als wuerde es sich um rein physiologisches Lernen handeln, da die kognitive Beteiligung am Lernen im Lernerfolg nicht explizit wird und schwierig explizit zu machen ist (schon aus Ermangelung geeigneter Begriffe). Aber auch koerperliches Lernen muss ein kognitionsgesteuerter Prozess sein, da er in einer laufenden Reorganization von sensomotorischen Aktivitaeten die fuer den Lerngegenstand spezifischen Merkmale, Zusammenhaenge und Anschlusshandlungen herausbildet, validiert und standardisiert.

Lernen wird immer noch gern anhand der Vorstellung von einzelnen Neuronen beschrieben (Eric Kandel-Film), die auf wenige Stimuli hin neue Synapsen bilden, was suggeriert, es handle sich um eine nachvollziehbare Kausalitaetskette. Ein geeigneteres Modell zum Verstaendnis von Lernen betrachtet dieses singulaere Phaenomen innerhalb eines Feedbackprozesses, der sich zudem hierarchisch organisiert und bei dem alle beteiligten Elemente und Qualitaeten moegliche Kandidaten fuer prozessbedingte Veraenderungen sind. Dabei emergieren Differenzverarbeitungspotentiale, die offenbar die vielschichtige Unterscheidungs- und Interaktionsfaehigkeit ermoeglichen, mit der wir zb. balancieren.

Auf diese Modellvorstellung bezieht sich mein Titel: wie sich das Denken im Koerper die Mitte sucht...

Der embodiment-Ansatz suggeriert (und dieser Eindruck wird in der Literatur vielfach bestaetigt), man koenne kognitive Prozesse letztlich ignorieren, etwa mit dem Argument, dass ein Pianist im wesentlichen koerperlich automatisiert spielt und seinem Spiel quasi wie jemand im Publikum von aussen zuhoert. Sozusagen Automatismus als senso-motorischer Kurzschluss. Dem moechte ich als Musiker vehement widersprechen. Die Bewegung der Beine eines kopflosen Huhns wuerde ich nicht als Fortbewegung bezeichnen (bestenfalls als koerperliche Erinnerung an Fortbewegung).

Zunaechst steckt der kognitive Anteil erlernter Automatismen in deren Aquisition, Optimierung und Modifikation. Zweitens entsteht der Sinn der Automatisation auch auf einer hoeheren Ebene, auf der sie die freiwerdenden (kognitiven) Kapazitaeten fuer andere Funktionen freistellt. Drittens sind Automatismen, wie sie bei Sportlern, Musikern, etc. oberflaechlich gesehen zu dominieren scheinen, tatsaechlich wesentlich komplexere Programme, die u.a. zu Adaption an neue Verhaeltnisse, oder zu Fehlerkorrektur in der Lage sind. Ich vermute, dass manche Automatismen primaer aus Gruenden des Zeitmanagement entstehen, um mittels groesserer Handlungskomplexe Echtzeitkontrolle zu ermoeglichen. Auch die Rhytmisierung ist ein Verfahren, das die Kognition aus der Generierung der Einzelaktion entlaesst, aber ueber die Differenz zum Muster Kontrolle beibehaelt.

Embodiment

Der Koerper ist das Mileau fuer kognitive Prozesse (Varela), dem kann ich insofern zustimmen, als ich den Koerper als eine Vorstellung sehe, die als Speichermedium fuer verschiedene von der Kognition externalisierte Prozesse dient und rueckwirkend ist diese Vorstellung ein kontextuelles Mileau fuer die Kognition.

Embodied Cognition (Anderson) besagt dass Kognition durch einen adaptiven Prozess der Anpassung an bestimmte Environments entstand. Allerdings werden sensomotorische Signaldaten (die Anderson der physischen Welt zurechnet) spaetestens, wenn sie kognitiv verarbeitet werden kognitive Daten, egal ob sie tatsaechlich von physischen Sensoren stammen oder nicht. Sinnesdaten werden nicht selten vom kognitiven System selbst erzeugt (siehe z.b. Roth: Sensorik und zentrale Verarbeitung gehen im Gehirn gleitend ineinander ueber).

Vorstellung, Visualisierung

Der Schluessel zum Lernen sind Vorstellungen die wir uns ueber Zusammenhaenge machen. Vorstellungen sind nicht notwendigerweise sprachliche Konstrukte, sondern koennen sich in gleicher Weise als bildliche, raeumliche, emotionale oder daraus kombinierte Modelle darstellen.

Studien legen nahe, dass die Vorstellung einer Aktion die Aktion ersetzen kann (zb. die detaillierte Vorstellung von Essen verringert das Hungergefuehl mittels Habituierung).

 

Spiele erfinden

Lernen ist die kognitionsgesteuerte Entwicklung einer speziellen oder erweiterten Wahrnehmung, die obwohl sie kognitiver Natur ist als Koerpermechanismus ausgelagert wird. Die Wahrnehmung wiederum ist der Antagonist der Kognition indem sie der Kognition die (als Koerpervorstellung) kontextualisierten systemischen Bedingungen zuspielt. Letztlich spielt die Kognition mit verschiedenen Erscheinungsformen ihrer selbst.

Daraus laesst sich eine Lernmethode ableiten: selbstgesteuertes Spieleerfinden. Kleinkinder scheinen so zu spielen und Entwickler neuer Taetigkeiten: Es geht darum aus dem aktuellen Umfeld heraus, mit den vorhandenen Dingen, Techniken und Faehigkeiten kleine Spiele zu definieren, die eine zentrale Handlung oder Aufgabe besitzen und ein Kriterium. Damit sind diese Spiele kleine Feedbackmaschinen, die wiederverwendbare Erkenntnisse produzieren. Sie werden nur solange gespielt bis das Ergebnis klar ist, dann werden sie modifiziert, oder durch andere ersetzt, veraendern laufend ihren Kontext.

Dieses Spieleerfinden ist nicht zu verwechseln mit anderen Spielformen. Wesentlich ist, dass auch mit der Form und den Regeln gespielt wird. Somit laeuft neben dem inneren unmittelbaren Spiel stets ein aeusseres Spiel auf der Metaebene der Spielgestaltung und Spiellogik mit und liefert die Vertikalbeziehung zwischen Spiel und Sinn. Sozusagen die vertikale Anschlussbedingung, die dem Selbstgespraech die reflektive Dimension verleiht. Das Sprechen ueber das Spiel erfordert eine Sprache - nicht notwendigerweise eine Lautsprache - die sich mit dem Spieleerfinden mitentwickelt, sodass schliesslich das Spielen die Offenheit und Interaktionskomplexitaet eines Sprachsystems erreicht.

 

  Zum Ende dieser Berichterstattung moechte ich noch kurz auf die eingangs erwaehnte Entwicklung elektronischer Umgebungen eingehen: wir finden kaum Software, die derartige Anforderungen erfuellt. Am ehesten sind es Programmierumgebungen, die eine vergleichbare Offenheit und Interaktionskomplexitaet bieten (ich erinnere an Seymor Paperts Sprache LOGO in den 80er Jahren). Das gegenwaertige Paradigma (also Micro-Applikationen) geht in die entgegengesetzte Richtung: die Entscheidung welche Interaktion ich setze ist zunehmend die Kaufentscheidung, welche Applikation ich dafuer brauche.
   

Slackmoves: Bewegungsdetection bewegter Koerperteile

slackline2011.03.11

slackline2011.03.12

slackline2011.03.13

 
   
 
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Footnotes
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